Fonds Ruth Wolf-Rehfeldt
Titel / Title:
Fonds Ruth Wolf-Rehfeldt
Bestandsbildner*in / Collector:
Wolf-Rehfeldt, Ruth
Zeitraum / Dates:
1972 – 1990
Umfang / Extent:
4 Folios und 7 Boxen
Kurzbeschreibung / Abstract:

Ruth Wolf-Rehfeldt ist eine der wenigen Künstlerinnen, die sich in der ehemaligen DDR intensiv mit der Verbindung von Text und Bild sowie Visueller und Konkreter Poesie auseinandergesetzt hat. Der Fonds umfasst das bei Ruth wolf-Rehfeldt verbliebene originale und gedruckte Werk an Typewritings. Darunter fallen Originalserien, Collagen, Postkarten (Klischeedrucke), Editionen, Grafiken und Ausstellungsplakate.

Bestandsnummer / Collection Number:
SZ 024
Signatur / Signature:
NWR
Sprache / Language:
Deutsch, Englisch
Übernahmeinformation / Acquisition Information:

Der Bestand wurde 2009 übernommen.

Zitierweise / Preferred Citation:
Fonds Ruth Wolf- Rehfeldt / Zentrum für Künstlerpublikationen, SZ 024
Aufbewahrungsort / Repository:
Zentrum für Künstlerpublikationen in der Weserburg Museum für moderne Kunst, Teerhof 20, 28199 Bremen
Zugangsbeschränkung / Restrictions:
Es bestehen keine Zugangsbeschränkungen.
Stand der Erschließung / State of Indexing:
Der Fonds ist voll erschlossen.
Autor*in / Author:
Das Findbuch wurde von Susanne Vögtle und Anne Thurmann-Jajes erstellt.

Ruth Wolf-Rehfeldt, 1932 in Wurzen/Sachsen geboren, hat sich als eine der wenigen Künstlerinnen in der ehemaligen DDR intensiv mit der Verbindung von Text und Bild, mit Visueller und Konkreter Poesie auseinandergesetzt.

 

Bereits nach der Schulzeit nahm sie Privatunterricht im Schreibmaschineschreiben, bevor sie eine kaufmännische Lehrstelle annahm. In Kleinmachnow arbeitete sie schließlich als Stenotypistin bis sie 1950 von der Kleinstadt nach Berlin zog. Sie holte ihr Abitur nach und begann an der Humboldt-Universität für kurze Zeit Philosophie zu studieren. In dieser Zeit lernte sie den Künstler Robert Rehfeldt kennen, den sie 1955 heiratete. Ab 1960 arbeitete sie für einige Zeit in der Ausstellungsabteilung der Akademie der Künste.

 

Ihre künstlerische Tätigkeit begann 1959, als sie anfing Gedichte zu schreiben, zu zeichnen, zu malen und Collagen anzufertigen. Für eine Ausstellung zum Thema Sprache in Breslau reichte sie 1972 einige von ihr ins Englische übersetzte und abgetippte Arbeiten ein, die angenommen und im Katalog Kontrapunkt, herausgegeben von Jan Chwałczyk, abgedruckt wurden. Dieser ersten Ausstellungsbeteiligung folgten zahlreiche weitere Ausstellungen, in denen ihre Schreibmaschinenarbeiten zu sehen waren, wie beispielsweise 1975 in der Galeria Teatru Studio in Warschau in der sie Text-Bild-Collagen ausstellte und eine Schreibmaschine, mit der sich die Besucher selbst kreativ verwirklichen sollten. Zuerst stellte Ruth Wolf-Rehfeldt ihre Schreibmaschinenarbeiten auf der Reiseschreibmaschine Erika her, später auf einer großen Breitwagenschreibmaschine, in die sie auch größere Papierbögen einspannen konnte. Seit Anfang der 1980er Jahre arbeitete sie mit einer elektrischen Schreibmaschine mit verschiedenen Kugelköpfen, die über griechische Buchstaben und zahlreiche Symbolzeichen verfügte und ihr neue künstlerische Möglichkeiten eröffnete.

 

1975 ist sie dann auch in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen worden. Nach der Wende stellte Ruth Wolf-Rehfeldt ihre künstlerische Tätigkeit ein. Sie nahm 1992 nur noch einmal am Bielefelder Colloquium Neue Poesie teil, neben anderen bedeutenden Vertretern der Konkreten und Visuellen Poesie, wie Franz Mon oder Gerhard Rühm, und hielt einen Diavortrag über ihre Werke. Seit ihrer letzten Einzelausstellung 1989 in der Fliesenwerke Galerie – VEB Kombinat Fliesen und Sanitärkeramik „Kurt Bürger“ in Boizenburg an der Elbe – sind Typewritings von ihr immer wieder in Ausstellungen gezeigt worden. Die Ausstellung Ruth Wolf-Rehfeldt – Das originalgraphische Werk 1972-1989 des Zentrums für Künstlerpublikationen im Jahre 2012 gab erstmals einen umfassenden Überblick über ihr poetisch-künstlerisches Werk an Typewritings. 2017 war sie an der documenta 14 in Kassel beteiligt.

 

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Der Fonds umfasst einen Teil des künstlerischen Vorlasses von Ruth Wolf-Rehfeldt. Als Anne Thurmann-Jajes bei der Vorbereitung zu Ausstellungen über Künstlerpublikationen in der DDR auch Kontakt zu Ruth Wolf-Rehfeldt aufnahm, stellte sich heraus dass sie ihr grafisches Werk seit der Wende nicht mehr gesichtet hatte. Der seit 20 Jahren unbeachtet in Schubladen liegende Bestand umfasst alle Arbeiten, die nach der Wende und dem Beenden ihrer künstlerischen Tätigkeit als originale Arbeiten, Grafiken oder Durchschläge noch in ihrem Besitz verblieben waren. Nicht mehr in ihrem Besitz waren alle diejenigen Arbeiten, die sie im Kontext der Mail Art an Künstlerkolleg/innen, Festivals und Ausstellungen verschickt hatte. Von vielen dieser Werke sind Durchschläge in ihrem Besitzt verblieben, so dass der Umfang ihres Gesamtwerkes erahnt werden kann. Ein Teil ihres grafischen Gesamtœuvres kann jedoch aus diesem Bestand nicht mehr rekonstruiert werden, da sie auch Originale verschickt hatte von denen keine Durchschläge bestehen.

 

Der bei Ruth Wolf-Rehfeldt verbliebene Bestand ihres Werkes konnte dann 2009 vom Zentrum für Künstlerpublikationen erworben werden. Auf dieser Basis wurde der Fond eingerichtet und durch Arbeiten aus dem Besitzt von Jürgen Weichardt, Sammler aus Oldenburg, sowie durch neue Grafikeditionen von frühen Schreibmaschinenarbeiten oder Typewritings ergänzt.

 

Seit dem sind einzelne Werke immer wieder in verschiedenen Ausstellungen des Zentrums präsentiert worden. Im Jahre 2012 kuratierte Anne Thurmann-Jajes auf der Basis dieses Bestandes die Ausstellung Ruth Wolf-Rehfeldt – Das originalgraphische Werk 1972-1989, eine erste Retrospektive ihres grafischen Werkes.

 

Ruth Wolf-Rehfeldts Œuvre umfasst Schreibmaschinenarbeiten, die sie „Typewritings“ nennt, in Anlehnung an die in den 1970er Jahren international aufkommende Bezeichnung Typewriter Art. Die original getippten Typewritings bestehen als einzelne Arbeiten oder als ganze Serien. Sie bilden die Basis für eine reihe weiterer Arbeiten: Collagen, Grafik-Editionen, Postkarten, Künstlerbücher, Ausstellungsplakate, Stempel, Künstlerbriefmarken, Mail art Projekte. Ab 1975, dem Jahr, in dem sie in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen wurde, sind einige ihrer Arbeiten in einer Auflage von 50–100 Stück als Zinklithographie und Siebdruck vervielfältigt worden, was sie davor nur mit Durchschlagpapier erreichte.

 

Der Fonds umfasst das bei Ruth wolf-Rehfeldt verbliebene originale und gedruckte Werk an Typewritings. Darunter fallen Originalserien im Format DIN A6 mit jeweils einem Umfang von bis zu ca. 48 Arbeiten. Die weiteren zahlreichen Original Typewritings sind unterteilt nach bereits gedruckten und ungedruckt gebliebenen Werken. Ergänzt wird dieser Bereich um Collagen. Zum Bestand der gedruckten Arbeiten zählen grafische Drucke sowie Postkarten (Klischeedrucke), die zum einen Werke von Ruth Wolf-Rehfeldt im traditionellen Sinne abbilden, zum anderen insbesondere aber Editionen ihrer Typewriter Arbeiten sind und weltweit im Kontext der Mail Art verschickt wurden. Ergänzt wird dieser Bereich um ein Künstlerbuch, einzelne Künstlerbriefmarken und Ausstellungsplakate.

 

Der Fonds gibt einen Überblick über alle Phasen ihres grafischen Werkes seit 1972, der Entstehung ihrer ersten typewritings, bis hin zum Jahre 1990.

 

Der Bestand des Fonds umfasst insgesamt 4 verschieden große flache Folios und 7 Boxen. Er ist strukturiert in:

I. Originalarbeiten – Durchschläge

II. Grafiken

III. Künstlerplakate

IV. Ergänzende Materialien

V. Dokumentarisches Material

VI. Sekundärliteratur

 

 

Thematik - Kunstströmungen / Subjects - Topics
    • Collage
    • Konzeptualismus
    • Mail Art
    • Poesie
    • Typewriter Art
    • Visuelle und Konkrete Poesie
Gattungen - Genre / Art Forms - Genres
  • Künstlerbriefmarke
  • Künstlerbuch
  • Künstlerplakat
  • Künstlerpostkarte
  • Originalgrafik
  • Schreibmaschinenarbeit
  • Schreibmaschinendurchschläge
Stichwörter / Key Words
  • Schreibmaschine
  • Stempel
  • Musterbilder
  • Serien
  • Architektur
  • Satzzeichen
  • Symbolzeichen
Institutionen / Institutions
  • Fliesenwerke Galerie – VEB Kombinat Fliesen und Sanitärkeramik „Kurt Bürger“, Boizenburg an der Elbe
  • Galeria Teatru Studio, Warschau
  • Galerie St. Petri, Lund
  • Galleri Uffa, Trondheim
  • Kleine Galerie, Wurzen
  • Klubgalerie Magdeburg
  • Kunstpavillion Heringsdorf
  • Otto-Nagel-Haus, Berlin
  • Predigerkloster Erfurt
Beteiligte / Contributors
  • Beuys, Joseph
  • Dodenhof, Heinz
  • Rehfeldt, Robert
  • Weichardt, Jürgen
  • Box 1

Folio 1 (Originale)

Folio 1a (Originale)

Folio 4 (Serien)

Folio 5 (Serien (ungedruckt))

 

  • Box 2

Folio 2 (Originale)

Folio 3 (Originale (ungedruckt))

Folio 6 (Collagen)

Folio 7 (Durchschläge)

  • Box 3

Folio 8 (Collagen)

Folio 9A (Grafikmappen)

 

  • Folio 9 (Grafiken)

 

  • Box 4

Folio 10 (Grafiken)

Folio 11 (Grafiken)

Folio 12 (Grafiken)

Folio 14 (Editionen)

Folio 15 (Künstlerpostkarten)

Folio 16 (Künstlerbriefmarken)

  • Folio 13 (Künstlerplakate)
  • Box 5 (Faksimilestempel)
  • Box 6 (Schreibmaschine Erika)
  • Folio 17 (Broschüren/Flyer)
  • Box 6 (Anthologien)
  • Box 7 (Ausstellungskataloge)
  • Folio 18 (Zeitungen / Zeitschriften)